Versicherungsschutz für Drohnen – Verletzung von Persönlichkeitsrechten

Verletzung von Persönlichkeitsrechten

In den heute auf dem Markt üblichen Verträgen zur Luftfahrt­haftpflichtversicherung für Drohnen ist die Deckung häufig nur auf Ansprüche wegen Personen- und Sachschäden, die im Flug­be­trieb entstehen können, begrenzt. Selbstverständlich sind da­bei die sogenannten »unechten bzw. indirekten« Vermögens­schäden infolge von Personen- oder Sachschäden vom Ver­siche­rungs­schutz erfasst (z. B. Verdienstausfall).

Aber die Erfahrung zeigt, dass die Sensibilität und Bereitschaft vieler Menschen zur Klage alleine durch die vielen Berichte in den Medien über die unbefugte Verbreitung von Bildern und deren Nicht-Löschbarkeit im Internet stark gestiegen sind. Nur mit dem sogenannten Zusatzbaustein »Vermögensschaden« las­sen sich mögliche Schadenersatzforderungen aus Persönlich­keitsrechts- oder Urheberrechtsverletzungen mitversichern.

Dies ist besonders wichtig, da immer öfter Ansprüche aus Verletzungen von Persönlichkeitsrechten gestellt werden. Sofern nur eine Person vermutet, dass sie von der Drohne aufgenommen wurde, werden oft Ansprüche aus Verletzungen des Persön­lichkeitsrechtes gestellt und direkt mit finanziellen An­sprüchen verbunden. Der Haftpflichtversicherungsschutz hat dann die Funktion, entweder diese als unberechtigt abzuwehren oder im berechtigten Fall zu begleichen.

Insofern ist die Erweiterung des Versicherungsschutzes wegen vermeintlicher oder tatsächlicher Verletzungen von Persönlich­keits- oder Urheberrechten eine sinnvolle Ergänzung des Versicherungsschutzes für Ansprüche, mit denen sich Halter von Drohnen immer häufiger konfrontiert sehen.

Ausgeschlossen bleiben natürlich vorsätzliche Pflichtverletzungen mit wissentlichem Verstoß gegen gesetzliche und behördliche Vorschriften sowie Ansprüche im Sensations-/Boule­vard­jour­nalismus, da die Versicherer in dieser Grauzone keinen Versiche­rungsschutz bieten wollen.

 

Kaskoversicherung

Die Absicherung der Drohnen im Falle von Beschädigung oder Entwendung wird von Versicherern sehr defensiv und restriktiv geboten. In Anlehnung an den für Vermessungsgeräte mög­li­chen Versicherungsschutz über die Elektronikversicherung ist dies auch für Drohnen über besondere Vereinbarungen möglich. Dabei wird nicht zwischen gewerblicher und privater Nutzung unterschieden. Im Schadenfall besteht bedingungsgemäß Neu­wertersatz. Zu berücksichtigen ist die auch bei Vermessungsgeräten übliche Selbstbeteiligung (z. B. 250 Euro), aber für Droh­nen ergänzt um 10 % (mindestens vereinbarte SB) im Falle von Beschädigung durch Absturz. Wichtig ist, dass die Mitversiche­rung der Drohne in einer Elektronikversicherung vor der Nut­zung beantragt wird.

 

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Thorsten Jirsak

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