SAPOS® kostenlos – Teil II

Bislang sind die Korrekturdienste des deutschen Satellitenpositionierungsdienstes SAPOS® ganz auf die Zwecke des Vermessungswesens ausgerichtet. Mit zunehmender Etablierung in anderen Anwendungsbereichen, allen voran der Präzisionslandwirtschaft, wird SAPOS® zu einem Bestandteil der digitalen Daseinsvorsorge, sodass sich die Frage nach der Finanzierung des Systems neu stellt.

 

STAND …

Mit ihrem gemeinschaftlich betriebenen Satellitenpositionie­rungsdienst SAPOS® ermöglicht die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungs­verwaltungen der Länder (AdV) seit 15 Jahren ge­naue satelliten­ge­stützte Positionsbestimmungen.

Der Servicebereich des »Hochprä­zisen Echzeit-Positionierungs-Service« (SAPOS®-HEPS), mit dem regionale Korrektursignale für die drei wichtigsten globalen Satellitennavigationssysteme GPS, GLONASS und Galileo verfügbar gemacht werden, hat sich in Deutschland längst als Standardverfahren im Vermessungswesen etabliert.

… UND ENTWICKLUNG

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung entwickelt sich die permanente, flächendeckende Bereitstellung von Korrektur­daten zu­neh­mend zu einer infrastrukturellen Grundversorgung, um raumbezogene Aufgaben effizient lösen zu können. Durch den zunehmenden Einsatz von (teil-)autonom gesteuerten High­tech-Landmaschinen ist außerhalb des klassischen geodäti­schen Anwendungsbereichs vor allem in der Präzisionslandwirt­schaft ein enormes Nutzungspotenzial erkennbar.

Satellitengestützte Lenksysteme und Sensoren ermöglichen ein genaues Pflügen, ein flächenabhängiges Erntemonitoring, eine exakte Aussaat, eine präzise mechanische Unkrautentfernung sowie den bedarfsgerechten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.

Vor diesem Hintergrund wagte das FORUM 2/2018 unter dem Titel »SAPOS® kostenlos« (S. 16-21) im letzten Jahr die Prognose, dass die von der Agrarministerkonferenz erhobene Forderung nach kostenfreien SAPOS®-Korrekturdaten über kurz oder lang in der gesamten Bundesrepublik Wirkung entfalten dürfte.

Vorausgegangen war, dass die Bundesländer Berlin, Thüringen und Nordrhein-Westfalen ihre hochpräzisen SAPOS®-Korrekturdienste auf Open Data umgestellt hatten und weitere Län­der wie Rheinland-Pfalz, Bayern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt mit speziellen, für landwirtschaftliche Anwender so gut wie kostenfreien Lösungen an den Start gegangen waren.
Mittlerweile ist eine Handvoll weitere Bundesländer hin­zu­ge­kommen und wie erwartet erweist sich die Landwirtschaft als Treiber hinter der kaum mehr aufzuhaltenden Entwicklung.

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Frank Reichert

Dipl.-Ing. Frank Reichert

BDVI-Geschäftsstellenleiter Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt
reichert(at)bdvi.de