Immobilienbewertung als zweites Standbein

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Altes Sprichwort, aber immer noch wahr? Ich meine ja. Ich möchte ja nicht unken, aber jeder Aufschwung hat auch mal ein Ende.

Derzeit haben die Kollegen, zumindest in den Ballungsräumen, volle Auftragsbücher und küm­mern sich nicht um neue Themen oder Aufgabenfelder. Das ist ein Fehler, denn gerade wenn es den Büros gut geht, ist Geld für die Erschließung von neuen Aufgabenfeldern und die dafür nötigen Investitionen, wie z. B. Weiterbildung, da.

Unser Finanzminister Olaf Scholz sieht schon bundesweit eine deutliche Abschwächung der Konjunktur kommen, sodass in absehbarer Zukunft die Auftragslage im traditionellen Kern­geschäft – Kataster- und Ingenieurvermessung – deutlich nach­lassen wird. In einigen Regionen ist das jetzt schon zu spüren.

Was tun?, sprach Zeus

Es gibt einen großen Strauß von Aufgabenfeldern, welche von Geodäten wahrgenommen werden können. Ich verzichte hier auf eine Auflistung und komme direkt auf ein sehr wirt­schaft­liches und jahreszeitun­abhängiges Betätigungsfeld zu spre­chen – die Immobilienwertermitt­lung.

Diese ist in Grundzügen jedem Kollegen bekannt, bedarf einer gewissen Weiterbildung, jedoch keiner größeren Ausgaben für Hard- und Software. Eine erfolgreiche Betätigung in der Immo­bilienwertermittlung setzt selbstverständlich gewisse Grundkenntnisse voraus, wel­che durch Se­minare bei den verschie­densten Anbietern erworben oder aktualisiert werden können.

Danach kann man ruhi­gen Gewissens mit der Immo­bilienbe­wertung beginnen. Die Umsatzrendite liegt deutlich über der des herkömmlichen Ver­­messungsgeschäfts und macht folglich Appetit auf mehr.

Ziel eines jeden Sachverständigen sollte die öffentliche Bestellung sein, denn dann hat man nachgewiesen, dass man auf al­len Gebieten der Immobilienwertermittlung »wasserdicht« ist.

Um Sie auf dem Weg dorthin zu unterstützen, bietet der BDVI Weiterbildungen und einen Bewertungstitel, den sogenannten REV, an. Seit 2010 ist der BDVI von der TEGoVA akkreditiert, seinen Mitgliedern den Titel »Recognised European Valuer – Anerkannter Europäischer Wertermittler« zu verleihen.

Dieser Titel ist kein Nachweis für Kenntnisse in europäischem Bewertungsrecht oder europäischer Bewertungspraxis (die es an sich auch nicht gibt), sondern vielmehr ein einheitlicher europäischer Mindeststandard, der Kenntnisse in der länderspe­zifischen Bewertung garan­tiert.

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Hans Ulrich Esch

Dipl.-Ing. Hans Ulrich Esch

BDVI-Vizepräsident
esch(at)bdvi.de