Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurde der Grundstein für ein 3-D-Stadtmodell gelegt, das nun von Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Informatikunterrichtes und in Projekt- oder Seminarfacharbeiten weitergeführt wird. Ganz beiläufig werden damit die vielfältigen Berufsperspektiven in der Geodäsie vermittelt.
Es ist faszinierend, welche Wirkung dreidimensionale Computermodelle haben. Diese Faszination brachte mich dazu, meine Bachelor Thesis am Institut für Vermessung und Geoinformatik der Hochschule Anhalt auf einem solchen Modell aufzubauen. Es entstand die Projektidee, ein fotorealistisches 3-D-Stadtmodell der Stadt Schmölln (Thüringen) zu erstellen und dies stetig mit Schülern fortzuschreiben.
Motivation
Die Motivation für dieses Projekt entstand aus dem Wunsch heraus, meine »Heimatstadt« in einem Computermodell betrachten zu können. Auf der INTERGEO® wurde mir bereits vor mehr als zehn Jahren, ich war damals zwölf, ein digitales 3-D-Modell eines Marktplatzes vorgestellt, das mit dem Softwareprodukt VIS-All®3D visualisiert wurde. Aus der damaligen Faszination, Messdaten wie in einer Art »Spielumgebung« dreidimensional darzustellen, entwickelte sich die Idee, ein dreidimensionales Computermodell der gesamten Stadt Schmölln und ihrer Ortsteile zu entwickeln.
Durch die »offenen Geodaten« – in Thüringen seit 2016 – ergab sich die Möglichkeit, raumbezogene Daten kostenfrei und ohne Nutzungsbeschränkungen vom Land zu erhalten. Dies war der Schlüssel zur Erstellung eines »begehbaren« dreidimensionalen digitalen Modells der Stadt Schmölln. Ein weiterer Motivationsfaktor ist die vielfältige Nutzbarkeit für Architekten, Planer, Bürger, öffentliche Einrichtungen, Wirtschaft und Gewerbe und nicht zuletzt für die ortsansässigen Schulen.
Zielsetzung
Die Zielsetzung bestand darin, ein digitales fotorealistisches 3-D-Modell der Stadt Schmölln und ihrer Ortsteile durch die Implementierung und fortlaufende Veredlung der verfügbaren Geodaten zu entwickeln. Zuerst erfolgte die dreidimensionale Visualisierung der weitgehend automatisiert erzeugten und vom Land Thüringen zur Verfügung gestellten Geodaten. Weiterführend wurden am Marktplatz und am Sitz des Vermessungsbüros beispielhaft Texturen aufgebracht, 3-D-Elemente geodätisch exakt modelliert sowie über- bzw. unterirdische Bestandsvermessungen eingepflegt. Die weiterführende Ausgestaltung und Verfeinerung erfolgen durch die fortlaufende Texturierung ausgewählter LoD2-Gebäude, die Einarbeitung von weiteren Bestandsvermessungen und die realistische Ausgestaltung mit 3-D-Elementen bzw. Gebäuden.
…
Hier geht es zum Beitrag (Seite 18).
Marvin Gabler (B.Eng.)
Masterstudent Vermessung und Geoinformatik
marvin.j.gabler(at)student.hs-anhalt.de