In memoriam Wilhelm Gustav Schwartz

Am 24. Oktober 2016 ging Wilhelm Gustav Schwartz aus Haltern am See nach längerer Krank­heit von uns. »Willi« war über lange Jahre von 1978 an eine maßgebliche Persönlichkeit im ­BDVI, stets hilfsbereit, klarsichtig und kooperativ. Er übernahm 1970 das Büro seines Vaters, der dieses nach dem Kriege gegründet hatte, und führte es zu großer Blüte. Von Beginn an dem tech­ni­schen Fortschritt verschrieben, programmierte er selbst und überließ dann 1998 das ÖbVI-Büro seinen beiden Sozien, um sich ganz der grafischen Datenverarbeitung zu verschreiben. Er gründe­te in Haltern die »GIS Consult GmbH – Gesellschaft für Angewandte Graphische Informations­systeme mbH« und führte diese ebenfalls zu erstaunlicher Blüte. Freiberufler und Unternehmer – er war ein Mann der Wirtschaft, der sich in allen Wassern zu bewähren verstand.

 

Kaum hatten wir uns 1975 kennengelernt, standen wir beide vor unseren Computer-Racks, um überlange Lochstreifen ein­zufädeln. Zusammen mit Hartmut Meinecke, Annetraut Rocholl und mir war er einer der Urväter der für lange Jahre berufsbestimmenden Software MINKA, deren »Restklaffenverteilung« er persönlich einbrachte. Er war eben auch wissenschaftlich auf der Höhe. Es verstand sich von selbst, dass Willi Schwartz 1978 über Technikerausbildung, Gebührenkommission, Bezirksobmann für 16 Jahre in den Landesvorstand aufrückte, zehn Jahre mein Stellvertreter war und sich im Bundesvorstand genauso aktiv einbrachte. Maßgeblich war seine Rolle im Aufsichtsrat der GEBIG AG. Für mich unvergessen die Zeit in der Geosat GmbH, es ging stets gemeinsam durch dick und dünn. Willi Schwartz war wie wir alle in dieser Zeit von der Aufgabe beseelt, die Mög­lichkeiten des Berufs, wie sie in der Berufsordnung von 1965 gegeben waren, zu ergreifen und für alle Kollegen nutzbar zu machen. Es stellten sich auch schöne Erfolge ein – wie der Amt­liche Lageplan, die Sockelabnahmegebühr oder auch die ers­te Vorschrift zur Handhabung von GPS in der Vermessung. Das Grenz­stein-Image des Berufs verblasste. Von 1983 bis 1993 ge­hörte er dem geschäftsführenden Vorstand des BDVI an. In die­se Zeit platzte die deutsche Wiedervereinigung. Er engagierte sich in der Folgezeit besonders in Brandenburg beim Aufbau ei­nes ÖbVI-Büros. Dann wurde er sehr früh Mitglied des Vorbereitungskreises der IngKammerBau NRW, deren einzige echte Pflichtmitglieder wir alle wurden. Selbstverständlich gehörte er dann nach deren Gründung deren Vorstand an.

An Ehrungen fehlte es nicht. So erhielt er als Erster die Golde­ne Ehrennadel des BDVI und zum Ende seiner Zeit in der Ingenieurkammer das hoch verdiente Bundesverdienstkreuz.

Der Berufsstand wurde in dieser Zeit von Menschen wie Willi Schwartz geprägt. Er war Vorbild und Motor, drängte sich nie in den Vordergrund. Wir danken ihm und wollen ihn nicht ver­gessen.

Dr. Otmar Schuster
BDVI-Ehrenpräsident

Wilhelm Schwartz