25 Fragen an Dr. med. dent. Tobias Fink

Die täglichen Probleme und Fragen eines ÖbVI-Büros kennt man als FORUM-Leser wahrscheinlich. Interessant ist es, den Blickwinkel zu erweitern und die Fragen, welche die geodätisch-freiberufliche Welt umtreiben, auch anderen Freiberuflern zu stellen. Die Aufgabe: 25 Fragen sind zu beantworten. Ein-Wort-Antworten stinken, es muss wenigstens ein Satz und es dürfen höchstens vier Sätze geantwortet werden. In Folge 1 von »25 Fragen«: ein Zahnarzt. Los geht’s!

 

FORUM | Sind Sie berufsständisch organisiert?

FINK | Ja, ich bin Mitglied in der Landeszahnärztekammer Brandenburg. Sie ist die gesetzliche Vertretung der brandenburgischen Zahnärzteschaft.

FORUM | Sind Sie bzw. Ihr Berufsstand vom Fachkräftemangel betroffen?

FINK | Eindeutig ja, während vor 10 bis 15 Jahren offene Stellen innerhalb weniger Wochen besetzt werden konnten und gelegentlich Initiativbewerbungen eingingen, gibt es heute praktisch
keine (guten) freien Fachkräfte mehr. Vor zwei Jahren konnte ich z. B. eine in die alten Bundesländer ausgewanderte Angestellte nur durch Zufall durch eine Zahnarzthelferin unter meinen Patienten ersetzen.

FORUM | Wenn Sie heute vor der Wahl stehen würden: Würden Sie Ihren beruflichen Weg noch einmal so gehen?

FINK | Auf jeden Fall!

FORUM | Wie wird sich Ihr Beruf in den nächsten zehn Jahren verändern?

FINK | Während die letzten 10 bis 20 Jahre im Zeichen der Implantate standen und der Ersatz von Zähnen nun gängige Praxis ist, werden die nächsten Jahre einen Schub in der Digitalisierung und Automatisierung bringen. Intraorales Scannen statt Abformen, 3-D-Fräsen statt Gießen sind die Megatrends.
Beide Me thoden sind serienreif und nun auf dem Sprung in den Massenmarkt.

FORUM | Sind Sie gerne selbstständig? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

FINK | Ich bin sehr gern selbstständig. Das eigenverantwortliche Entscheiden der Dinge, mit denen ich meinen halben Tag verbringe – nämlich meiner Arbeit –, ist großartig. Ganz nebenbei kann ich mir die Arbeit auch selbst (in gewissen Grenzen) einteilen, hierüber freut sich insbesondere meine Tochter sehr.

FORUM | Auch wenn Sie gerne selbstständig sind, was sind die größten Nachteile der Freiberuflichkeit?

FINK | Zum einen die hohe Verantwortung gegenüber den Patienten und Mitarbeitern, zum anderen die Bindung an den Standort. Ein halbes Jahr an der Küste oder in den Bergen zu
arbeiten geht leider nicht.

FORUM | Was tun Sie für beruflichen Nachwuchs?

FINK | Wir bieten Praktika, in denen interessierte Schülerinnen und Schüler in den Beruf reinschnuppern können.

FORUM | Was tut Ihre Berufsvertretung, also Ihre Kammer, für beruflichen Nachwuchs?

FINK | Es gibt im Moment zwei Werbekampagnen. Die zur Gewinnung neuer Azubis hat den provokanten Titel »Mal ordentlich die Fresse polieren?«. Das Motto, um Zahnärzte für den ländlichen Raum zu begeistern, lautet: »Landarzt oder Stadtaffe?!« Die Azubi-Werbung scheint sich schon positiv ausgewirkt zu haben ...

 

Das ganze Interview gibt es hier.