Get kids into survey!

Nicht nur die deutsche Vermessungsbranche leidet unter Nachwuchssorgen. Auch Großbritannien oder die USA bekommen mehr und mehr Schwierig­keiten, ausrei­chend geodätisches Fachpersonal zu rekrutieren. Was also tun gegen den sich zu­spitzenden Fachkräftemangel? Geo Ginger & Prof. Topo haben das Problem erkannt und springen fortan ihrer deutschen Pixi-Freundin im Kampf um die Kids bei.

Vor drei Jahren schlug die britische Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) Alarm und erklärte, dass eine Vielzahl ihrer Mitglieder aufgrund fehlender qualifizierter Vermessungs­fachleute wachsende Probleme bei der Personalbeschaffung beklagten. Und das amerikanische Fachmagazin »Point of Beginning« (POB) veröffentlichte in seiner Juni-Ausgabe 2016 |1| besorgniser­re­gen­de Zahlen. Laut dem U.S. Bureau of Labor Statistics waren damals von insgesamt 65.000 beschäftigten Vermessern und Kartografen gerade einmal noch 9.000 jünger als 35 Jahre.
Mittlerweile hat das Nachwuchsproblem der Vermessungsbranche die Öffentlichkeit erreicht. Unlängst berichtete der »Daily Telegraph« in seiner Online-Ausgabe vom 16. November 2017 |2|, dass fast zwei Drittel der befragten RICS-Mitglieder Re­krutierungsprobleme haben und deutlich den Mangel an quali­fizierten Arbeitskräften verspüren (siehe Diagramm). Da­mit ver­bun­den war die Einschätzung, dass sich der Fach­kräfte­man­gel in der Vermessungsbranche bereits negativ auf die Bau­­tä­tig­keit auswirkt.

Um die Zukunft der Branche zu sichern, hat die International Fe­deration of Surveyors (FIG) bereits 2006 das Netzwerk der »Young Surveyors« (fig.net/ys) ins Leben gerufen. Und die ameri­kanische National Society of Professional Surveyors hat in Anlehnung daran ihr eigenes Netzwerk zur Unterstützung von Nach­wuchs­kräften aufgebaut (nsps.us.com/YSNetwork), das Vermes­sungsfachleuten bis zum Alter von 35 Jahren bzw. innerhalb von zehn Jahren nach Abschluss eines geodätischen Bachelor- oder Masterstudiums offensteht. All dieses Engagement zielt aber vorrangig auf die Unterstüt­zung jener Nachwuchskräfte, die bereits für die Geodäsie ge­wonnen sind.

Es gibt jedoch eine viel grundlegendere Herausforderung zur Lösung des Nachwuchsproblems. Nämlich Kinder überhaupt erst einmal mit dem Vermessungswesen vertraut zu machen und erstes Interesse daran zu wecken. Aber wem sage ich das! Ge­rade in Deutschland wurde ja mit dem Pixi-Büchlein »Ich hab eine Freundin, die ist Geodätin« ein erfolgreicher Anlauf unternommen, die Welt der Geodäsie kindgerecht zu vermitteln. Genauso wie mit der vom BDVI mitinitiierten und fachlich begleiteten Ausgabe des VDIni-Club-Magazins rund um das The­ma »Vermessung« (bdvi-bb.de/vdini.pdf), das ich erst jetzt im Nachhinein kennengelernt habe.

Mit meiner Firma habe ich mich seit jeher der Förderung und Aufrechterhaltung hoher Standards in der Ausbildung und der Berufsausübung der »geospatial industry« verschrieben. Da­-
bei ist es mir eine Herzensangelegenheit, gerade das Interesse der jungen Generation zu wecken und ein Bewusstsein für das span­nende Berufsfeld der Geodäsie zu vermitteln. Mit auf die jüngste Zielgruppe der Generationen Z (1996-2010) und Alpha (2011-2025) zugeschnittenen unterhaltsamen und spielerischen Bildungsangeboten möchte ich dazu beitragen, den Bekannt­heitsgrad des Vermessungswesens zu steigern.
Als Teil dieser Kampagne entwerfe ich Poster, die typische Vermessungsjobs vorstellen und die Ver­­messungsingenieure bei ih­rer Arbeit zeigen. Die Plakate richten sich zuallererst an Kin­der im Al­ter von acht bis zwölf Jahren. Angesprochen sind natürlich aber auch Vermesser-Eltern, die ih­ren Kindern schon immer ein­mal die spannen­de Welt ihres beruflichen Tuns vor Augen führen wollten.

Zwei dieser Poster liegen bereits gedruckt vor. Mit einem Augenzwinkern veranschaulichen sie die ganze Bandbreite und Vielfalt heutiger Vermessungstätigkeiten. So füllt das erste Pla­kat vom No­vember letzten Jahres nicht nur moder­ne Er­fas­sungs­methoden mit Laserscannern oder Droh­nen, sondern zeigt auch ganz klassisch den Einsatz ei­ner Totalstation auf dem Hühnerhof. All das steht unter dem Motto: »Measuring the earth is fun!«

Zuletzt verließ die Antarktisszene das Designstudio. Die ersten Exemplare wurden Anfang Februar im Rahmen des In­ternational LiDAR Mapping Forum in Den­ver verteilt.

Die Winterszene zeigt neben klassischer Vermessung mit GPS und Totalstation insbesondere Laserscanning, Drohnen und Mess­­flugzeuge, aber auch den Einsatz von mobilen Scannern sowie die hydrografische Vermessung des Ozeanbodens. Ich freue mich, dass das FORUM dieses Poster auf der Mittelseite ab­druckt.

Wer das »coole« Plakat im originalen A1-Format be­­zie­hen möch­­te, kann gern ein Exemplar online ordern. Mit Unterstützung un­­serer Sponsoren – Topcon, Leica Geosystems, Trimble, Certain­ty­3D, Storm Geomatics und GeoSLAM – haben wir 1.000 Exemplare gedruckt und versenden weltweit, solan­ge der Vorrat reicht. Schauen Sie doch einfach mal bei www.getkidsintosurvey.com vorbei oder bleiben Sie bei Twitter unter @GetKidsintoSurv auf dem Laufenden.

 

Quellen
|1| Valerie King: A Shortage of Surveyors? POB – Point of Beginning, Heft Juni 2016, www.pobonline.com/articles/98228-a-shortage-of-surveyors
|2| Tim Wallace: Skills shortage tightens around UK construction sector, The Telegraph, www.telegraph.co.uk/business/2017/11/16/
skills-shortage-tightens-around-uk-construction-sector/

 

Zum Artikel im FORUM.

 

 

Elaine Ball

Elaine Ball

Elaine Ball Technical Marketing Ltd, Harrogate, UK
elaine(at)elaineball.co.uk