Elf Jahre Schriftleitung in Münster

Mit dem ersten Heft des Jahres 1998 erhält das BDVI-FORUM einen neuen Schriftleiter: Dr.-Ing. Andreas Drees, Münster, übergibt den Staffelstab an Dr.-Ing. Walter Schwenk. Dies ist ein kleiner Anlaß, auf die Mediengeschichte des BDVI zurückzublicken.

 

Im Jahr 1949 wurde beschlossen, ein Mitteilungsblatt des BDVI herauszugeben, welches im April 1950 mit einer ersten Auflage von 275 Exemplaren erschien. Schriftleiter war Prof. Dr.-Ing. Willi Bonczek, der allerdings seine freiberufliche Existenz aufgab und 1951 Beigeordneter der Stadt Essen wurde. Mit der Übernahme der Schriftleitung durch Dr.-Ing. Willi Kühnhausen gewann dieses Blatt in Fachkreisen schnell an Bedeutung, weil es sehr präzise die Vorschriftenlage – insbesondere im Katasterbereich – wiedergab. Aber schon damals wurden sehr viel in­te­ressante Aufsätze den Kollegen nahegebracht. Ab 1967 übernahm Heiner Holtz, Braunschweig, die Schriftleitung. Das Mitteilungsblatt war ein unverzichtbares Bindeglied unter den Mitgliedern und eine fachliche Fundgrube. 1975 wurden daraus zwei Zeitschriften, nämlich das BDVI-FORUM und die BDVI-Nach­richten, deren Schriftleiter in der Folge Leo Henkel, Köln, Dr. Stoffel aus Bonn und schließlich Erwin Klute waren, der den »Schlüssellocheffekt« dieser Nachrichten so sehr steigerte, daß viele von außen gerade an diesem Blatt interessiert waren. Diese sind nun abgelöst durch das BDVI-Info, für welches unser Ge­schäftsführer Bernhard Jacobs verantwortlich zeichnet. Damit sind wir sozusagen im Informationszeitalter angekommen.

Das BDVI-FORUM wurde 1975 bis 1986 von mir betreut, mit Un­terstützung von Dipl.-Ing. Siegfried Binder aus Essen. Von mir ging die Staffel an Dr.-Ing. Andreas Drees aus Münster wei­ter. Siegfried Binder und später Dipl.-Ing. Alfred Dunkel aus Duis­burg rückten in die Schriftleitung auf.

Von vornherein war es allen klar, daß Dr. Drees eine gute Wahl war. Bald wurde er in den BDVI-Landesvorstand und später ins Präsidium des BDVI berufen. Ein Mann, der nicht nur sprechen, sondern auch schreiben kann, eine klare Vorstellung von dem hat, was der BDVI an seine Umgebung zu überbringen hat. Dem­zufolge verdanken wir ihm viele interessante eigene Veröffent­lichungen fachwissenschaftlicher und berufspolitischer Art, die vorteilhaften Veränderungen im »Outfit«, die gestiegene Auf­lage auf über 4.000 Exemplare und die Dokumentationen unserer Jahreskongresse, die insbesondere gezeigt haben, welche Entwicklungen unser Verband in diesen Jahren genommen hat. Das »Mosaik« – für welches Bernhard Jacobs verantwortlich zeich­net – hat seine Funktion als Gegensatz zum Textteil und als »Aufreizer« für die Leserschaf über die Jahre bestens erfüllt. In den Jahren der Wiedervereinigung hatte dieses Blatt seine größten Erfolge.

Andreas Drees ist ein Mann des Ausgleichs und hat dies in der Zusammenstellung der Autoren und der Auswahl der Aufsätze stets bewiesen. Nicht umsonst ist er gleichzeitig in die Spitze des Deutschen Vereins für Vermessungswesen aufg­e­rückt.

Die Gestaltung dieser Hefte über elf Jahre ist – in ehrenamt­licher Tätigkeit erbracht – eine große Leistung für die Kollegen­schaft, denn dieses BDVI-FORUM ist auch ein Ausweis jedes einzelnen Mitglieds – ein Stück Visitenkarte für jeden. Das Er­gebnis ist unverwechselbar, es ist besser geworden, als ich es selbst – der Vorgänger – gemacht habe. Deshalb gebührt Dr. An­dreas Drees unser Dank.

Mit dem Nachfolger Dr. Walter Schwenk – gleichzeitig Mitglied des Präsidiums des BDVI – haben wir ebenfalls einen Meister der Schrift gewinnen können. Schon sind Ansätze zu sehen, daß er seinen eigenen unverwechselbaren Weg gehen wird. Ich bin aus der langen freundschaftlichen Verbundenheit gewiß, daß es ein erfolgreicher Weg für das BDVI-FORUM sein wird.

Diese Zeitschrift wird auch in Zukunft dokumentieren, daß der Öffentlich bestellte Vermessungsingenieur zu den beruflichen Fragen der Öffentlichkeit ein gewichtiges Wort beitragen kann und in Staat und Wirtschaft seinen Mann stehen kann.

 

Otmar Schuster | Mülheim an der Ruhr

 

 

Wie schnell doch die Zeit vergeht! Nun liegen insgesamt elf Jah­re Verantwortung für das BDVI-FORUM hinter mir – eine Zeit, die ich in meinem beruflichen Leben nicht missen möchte und von der ich nicht leichten Herzens Abschied nehme. Neue Aufgaben im Deutschen Verein für Vermessungswesen, die ich mit ganzer Kraft wahrnehmen möchte, haben mich dazu veranlaßt, zum Jahreswechsel 1997/1998 mein Amt als Hauptschriftlei­ter zur Verfügung zu stellen. Ich bin außerordentlich glücklich darüber, daß der BDVI einen Nachfolger für diese Aufgabe ge­winnen konnte, der mit Kreativität und Fachkompetenz hervor­ragende Arbeit leisten und der Zeitschrift neue Impulse geben wird.

Eine Rückbesinnung auf meine Schriftleitertätigkeit veranlaßt mich zum Dank an den BDVI und seine Vorstandsgremien, die mir 1996 als damals gerade 31jährigem Kollegen die Verantwor­tung für das BDVI-FORUM übertrugen. Diese Fachzeitschrift erschien schon damals in 3.000facher Ausfertigung und war durch meinen Vorgänger Dr.-Ing. Otmar Schuster bestens in der geo­dätischen Zeitschriftenwelt plaziert. Zu danken habe ich aber auch meinen Weggefährten Dipl.-Ing. Siegfried Binder, Essen, und (seit 1994) Dipl.-Ing. Alfred Dunkel, Duisburg, als Co-Schrift­leiter. Mit beiden Kollegen und auch den verantwortlichen Mit­arbeitern des Bacht-Verlages in Essen, die ich in meinen Dank einschließen möchte, hatte ich eine ebenso angenehme wie effektive Zusammenarbeit. Das eingespielte Miteinander von Co-Schriftleiter und Verlag wird es meinem Nachfolger sehr erleichtern, die Aufgaben zu übernehmen.

Zu ganz besonderem Dank bin ich dem BDVI-Präsidenten Dr.-Ing. Otmar Schuster verpflichtet, der kurz nach der Übergabe seiner Schriftleiterverantwortung an mich zum Präsidenten des BDVI gewählt wurde. Durch ihn entwickelten sich die BDVI-Jahreshauptversammlungen zum heutigen BDVI-Kongreß nicht nur dem Namen nach, sondern vor allem auch durch den Glanz der hochkarätigen Festredner und Diskutanten. Von der Ver­öffentlichung dieser Beiträge hat das Ansehen des BDVI und seiner Zeitschrift nachhaltig profitiert. Ich bin mir sicher, ohne diesen besonderen Aspekt wäre es mir nicht gelungen, Beiträge namhafter deutscher und internationaler Politiker so zahlreich abdrucken zu können.

Dankbar bin ich schließlich allen Autoren, deren Fachbeiträge Grundlagen für den Erfolg einer Zeitschrift sind. Meine Intention war es, die Zeitschrift BDVI-FORUM ganz im Sinne meines Vorgängers Dr. Schuster vom fachlichen Konzept her sehr breit anzulegen und möglichst allen Sparten des Vermessungs- und Liegenschaftswesens Raum zu geben. Natürlich hat meine persönliche fachliche Ausrichtung auf den Arbeitsbereich der Bodenordnung und Grundstücksbewertung mit dazu beigetragen, daß gerade auch dieser Themenkreis nicht zu kurz gekommen ist.

Seit nahezu 20 Jahren wird das BDVI-FORUM nicht nur durch die verschiedenen Fachbeiträge und Berichte, sondern auch durch die Sparte »Mosaik« geprägt, die durch ihre teilweise pi­kant gewürzten Kurzmeldungen wesentlich mit dazu beigetragen hat, daß diese Zeitschrift von einem breiten Publikum gelesen wird. Auch dies ist ein Verdienst des BDVI-Präsidenten Dr.-Ing. Otmar Schuster, der nicht nur seinerzeit das Konzept verwirklichte, sondern die Arbeit des jetzigen Redakteurs und BDVI-Geschäftsführers Dipl.-Soz.-Wiss. Bernhard Jacobs durch zahlreiche Beiträge nach wie vor unterstützt.

Gern hätte ich meinen Plan noch umgesetzt, die Zeitschrift nicht nur im Format und in der Gestaltung, sondern auch hinsichtlich des redaktionellen Konzeptes in Richtung eines Journals zu ver­ändern. Die Herausforderung eventueller struktureller Ände­run­gen liegt nun in den Händen des neuen Schriftleiters.

Ich wünsche dem FORUM und dem gesamten Redaktionsteam für die Zukunft viel Erfolg und vor allem die Freude und An­regung, die ich selbst jahrelang erfahren durfte.

 

Dr.-Ing. Andreas Drees | Münster

 

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