Ein Gentleman des BDVI

Eigentlich ist in der beistehenden Würdigung von Otmar Schuster (siehe S. 56) schon alles gesagt. Er zeich­net Andreas Drees als einen ÖbVI-Kollegen, der alle fachlichen, kommunikativen und persön­lichen Merkmale besitzt, über die ein ÖbVI verfügen sollte.

Also ein Vorbild? Junge Kollegen wiegen an dieser Stelle, bei diesem Begriff, gern zweifelnd den Kopf.

Sagen wir es deutlicher: Fakt ist, ein ÖbVI sollte in der Lage sein, Fach­themen aufzugreifen und zu vertiefen. Und wenn es gut geht, die eigenen Gedanken in Diskussionen mit Kollegen weiter zu schärfen. Genau das hat Andreas ein­zigartig praktiziert.

Nun muss ja nicht jeder die Qualität besitzen, die Andreas im FORUM elf Jahre lang bewiesen hat. Aber schön ist es schon, wenn Berufskollegen den Berufsstand in Wort und Schrift vertreten.

Und wenn ein ÖbVI dann auch noch in der Lage ist, Grundsätze und Meinungen weiterzuvermitteln, dann verfügt dieser Kollege über die Fähigkeiten von Andreas Drees. Ein Meister der direkten Kommu­ni­ka­tion, heute mehr benötigt denn je.

Wer ihn kannte, weiß, dass Andreas auch die besondere Gabe der Re­präsentation des Berufsstandes gepflegt hat. Eintreten, sich umschauen, zunicken, sich konzentrieren und das Thema benennen. Ich persönlich habe immer gestaunt und gedacht, das schaffst du nie. Darauf angesprochen hat er nur verständnisvoll gelächelt. Vielleicht beruhigend den Arm gestreift.

Und nun, lieber Andreas, wie gehen wir mit deinen Vorgaben, mit deinem Vorbild um?

Wenn wir dich richtig verstanden haben, plädierst du für ein beruf­liches Selbstverständnis, das jeder als begründet erkennen kann.

Okay, wir bemühen uns. Und danke.

 

Walter Schwenk

 

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