BDVI-Kongress 2017 – Expertise mit Siegel

Vom 8. bis 10. Juni findet der BDVI-Jahreskongress in Bonn statt. Es erwartet Sie nicht nur ein tolles Rahmen- und Begleitprogramm, sondern auch und vor allem eine attraktive Kongressveranstaltung. Unter dem zentralen Motto »Die dritte Dimension. Expertise mit Siegel: ÖbVI« geben Ihnen namhafte Referenten mit Berichten zu brandaktuellen Themen und spannenden Projekten zahlreiche Ideen und Anregungen für Ihren Berufsalltag und bieten zudem die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches und der Information über aktuelle Entwicklungen der Branche.

 

Die Vorträge im Überblick

 

GIS, 3D CAD und BIM – ein und dasselbe? 

In Planung, Bau und Betrieb von Bau­wer­ken erhält (endlich) un­­ter dem Begriff »Building Information Mo­del­­ling« der Ob­jekt­bezug Einzug. Jahr­zehn­telang hat es Nutzer von Geo­graphi­schen Informationssystemen (GIS) unverständlich den Kopf schüt­teln lassen, dass in der Welt von Computer-Aided Design (CAD) die bun­­ten Linien auf schwarzen Bildschirmen von sich sel­ber nicht mehr wussten als ihre Farbe und Strichstärke. Bei einer guten Zeich­nung konn­te noch über den La­yer ein Rück­­schluss gezogen werden, dass es sich um eine Leitung handeln könnte – aber ob Gas, Wasser oder Starkstrom, ganz zu schwei­gen von der Asset­nummer des Betreibers, dem Alter oder Material der Leitung, darüber konnte keine Auskunft gegeben werden. 

Die Di­gitalisierung treibt nun mit hohen Erwartungen an ein bes­se­res Planungsverständnis und bessere Kontrolle über Kosten, Zeit und Qualität auch den Bausektor zu einem anderen Umgang mit Daten und Informationen.

Viele Bauprojekte, die nun die Umstellung von 2-D auf 3-D und Objektbezug vornehmen, stehen allerdings vor einem Problem: Die Bestandsdaten liegen häufig nur in 2-D vor und häufig noch nicht einmal in vektorisierter Form, sondern in Form von PDFs. Ganz besonders Infrastrukturprojekte von Bahn, Straße und Was­serstraße haben zusätzlich eine weitere Herausforderung, denn hier wird fast ausschließlich im Bestand und bei laufendem Betrieb gebaut. 

Zur Risikominimierung ist es unerlässlich, die Gesamtheit der Bestandsdaten zu erfassen und in Be­stands­­modellen zu visua­lisieren und als Grundlagen für die Planung bereitzustellen. Da­bei verschwimmen die bisher bestehenden Grenzen zwischen GIS, 3D CAD und BIM zusehends. 

Der Vortrag zeigt hochinteressante Lösungen und Entwicklun­gen aus der Spieleindustrie, die u. a. bei der Deutschen Bahn bereits seit Jahren eingesetzt werden. 

 

Dr. Ilka May
LocLab Consulting GmbH
ilka.may(at)
loclab-consulting.de

Dr. Henning Beck
Neuro | Science | Entertainment 
beck(at)henning-beck.com

»Die Biologie des Geistesblitzes – wie Sie das Unmögliche denken«

Überall werden sie gesucht: die kreativen Köpfe, die neuen Ideen und innovativen Produkte, die den Unterschied ausmachen. Dabei ist das Gehirn bis heute die einzige Organisation, die überhaupt neuartige Gedanken hervorbringen kann. 

Vom Gehirn lernen heißt daher besser denken lernen – und verstehen, welche Strukturen Innovationen begünstigen. Doch wie organisiert das Gehirn Wis-sen und Informationen? Welche Konzepte kann man sich vom Gehirn abschauen, um selbst kreativer zu sein? Und was können Unternehmen vom Gehirn lernen, um innovativer zu werden?

Henning Beck wirft einen spannenden Blick hinter die Kulissen der fehlerhaftesten und gleichzeitig innovativsten Struktur überhaupt auf der Welt: des Gehirns. Ein streng hierarchisches Unternehmen – ohne CEO. Eine Organisation voller Schwächen – leistungsfähiger als jeder Supercomputer. Ein Netzwerk mit effektiver Informationsübertragung – agiler als jede auf Produktivität getrimmte Firma.

Ein wissenschaftliches Plädoyer für Fehler im Denken, ineffiziente Denkwege und den Reiz, Neues zu denken.

 

Neue Höhen hat das Land

Mit der Einführung des »Raumbezugs 2016« hat sich eine ganzheitliche, integrierte Betrachtungsweise der bislang getrennten geometrisch und phy-sikalisch definierten Komponenten »Lage, 3-D-Position, Höhe bzw. geopotenzielle Kote und Schwere« in Deutschland in der Praxis durchgesetzt. Die amtliche Vermessung hat diesen Ansatz in das Zentrum der Richtlinie für den geodätischen Raumbezug in Deutschland gestellt. Mit ihr wird der Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung definiert. Im Rahmen der Neumessung des Deutschen Haupthöhennetzes DHHN2016 haben die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure insbesondere in Nordrhein-Westfalen einen wesentlichen messtechnischen Beitrag geleistet. Im Sinne der Qualitätssicherung waren sie messtechnisch »auf der Höhe«. 

Mit dem Raumbezug 2016 wird aufgezeigt, dass die Koordinaten-, Höhen- und Schwerewerte grundsätzlich zeitlich veränderliche Größen sind. Dies muss bei Maßnahmen, die die Qualität des geodätischen Raumbezugs nachhaltig sichern sollen, berücksichtigt werden. Geodätische Messungen werden also auch zukünftig nicht wegzudenken sein. 

Zum Startdatum 1. Dezember 2016 wurde der Raumbezug 2016 »scharf geschaltet«, er soll bis zum 30. Juni 2017 flächendeckend in allen Komponenten deutschlandweit eingeführt werden. Die deutlich verbesserten Genauigkeiten des DHHN2016 und des Quasigeoids ermöglichen einen Qualitätssprung in der Anwendung der GNSS-Technik (SAPOS®), insbesondere für die Bestimmung der Gebrauchshöhe.

 

Dr.-Ing.
Jens Riecken
DVW-Vizepräsident
jens.riecken(at)dvw.de

Prof. Dr.-Ing.
Christian Clemen
Studiendekan Vermessungswesen, Fakultät Geoinformation, HTW Dresden
christian.clemen(at)
htw-dresden.de

Geodäsie und BIM

Der Vortrag »Geodäsie und BIM« richtet sich an Vermessungsingenieure, die ihr Angebotsspektrum um bauteilstrukturierte Bauwerksmodelle erweitern wollen. 

Es werden die wichtigsten Konzepte der BIM-Methodik unter die geodätische Lupe genommen. 

Wie müssen vermessungstechnische Leistungen wie 3-D-Bestandsdokumentation, digitale Geländemodelle, Punktwolken und Absteckung an die BIM-Methodik angepasst werden? 

Welche Rolle kann das amtliche Liegenschaftskataster im BIM-Hype spielen?


Die dritte Dimension im Kataster

Die Vermessungsverwaltungen der Länder haben in den letzten Jahren viel erreicht. Das 2(,5)-D-Kataster ist flächendeckend erfasst, ALK (Amtliche Liegenschaftskarte) und ALB (Automatisiertes Liegenschaftsbuch) wurden im Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS®) zusammengeführt. Die ALKIS®-Verfahrenslösung ist in allen Bundesländern vom Feld bis zur Auskunft eingeführt, fast überall auf Basis des einheit-lichen Koordinatenreferenzsystems (ETRS89/UTM) – das ALKIS® ist produktiv! Die anerkannten Geobasisdaten der staatlichen Vermessungsverwaltungen der Länder sind bereits heute unverzichtbarer Teil der digitalen Infrastruktur (GDI) geworden. 

3-D-Gebäudemodelle – neue Aufgaben und Herausforderungen

Im Liegenschaftskataster wird ein flächendeckender Nachweis der Liegenschaften geführt – einschließlich der Gebäude. Das Liegenschaftskataster erscheint daher geradezu prädestiniert für den Aufbau und Nachweis von 3-D-Gebäudemodellen. Die in der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen (AdV) vertretenen Vermessungs- und Katasterverwaltungen haben daher einheitliche Standards für die Führung und Bereitstellung von Gebäudemodellen festgelegt. Es wurde beschlossen, dass die Erfassung, die Modellierung und der Nachweis der Gebäude für die geotopografische Landesaufnahme zu den Kernaufgaben des amtlichen Vermessungswesens zählen und somit auch »Die dritte Dimension im Kataster«. 

Gebäudeveränderungen werden im Rahmen der gesetzlichen Gebäudeeinmessung zur Fortführung des Liegenschaftskatasters vermessungstechnisch im Außendienst erfasst. Aus wirtschaftlicher Sicht liegt die Schlussfolgerung nahe, neben den 2-D- auch die 3-D-relevanten Informationen der Gebäude unmittelbar mit aufzunehmen. In einigen Bundesländern ist diese Vorgehensweise bereits eingeführt. Es ergeben sich hierdurch erweiterte Aufgabenbereiche für die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (ÖbVI).

ALKIS® und 3-D-Gebäude fortführen – integrierte Bearbeitung mit 3A Editor ALKIS®

Die Grundlage für die Erfassung der Gebäude im ALKIS® und in 3-D in einem einheitlichen Bearbeitungsprozess bereits auf Basis der heutigen Standards (GID 6 und CityGML) ist die Ergänzung der ALKIS®-Geschäftsprozesse um höhenrelevante Informationen. Der Umfang der notwendigen Erweiterungen wird dadurch bestimmt, welche höhenrelevanten Daten tatsächlich im Außendienst erhoben und am ALKIS®-Arbeitsplatz erfasst werden. Daraus leitet sich der jeweilige Anpassungsbedarf der gebäudebezogenen Geschäftsprozesse im ALKIS® ab. 

Geobasisdaten dreidimensional und aktuell 

Die Vermessungsverwaltungen liefern bereits heute einen weiteren Baustein zu den flächendeckenden amtlichen Geodatenbasisdaten – »Die dritte Dimension im Kataster«! Die Gebäude des Liegenschaftskatasters stellen eine optimale Grundlage für den Aufbau und die Führung von 3-D-Gebäudemodellen dar, die insbesondere für 3-D-Stadtmodellierungen und 3-D-Projekte genutzt werden können. Einen besonderen Impuls könnte hier auch die Reform der Grundsteuer liefern. Kataster und Grundsteuer sind schon seit jeher eng miteinander verbunden. Neue Bemessungsmethoden nach der Bruttogeschossfläche des Gebäudes könnten auch ein 3-D-Kataster im engeren Sinne zwingend notwendig machen. Damit das Kataster auch zukünftig den gestellten Anforderungen gerecht werden kann, spielen die ÖbVI bei der Erhebung der dafür relevanten Daten ganz sicher eine Schlüsselrolle.

 

Raimund Schäfer
AED-SICAD AG, Leiter Public Sector Bonn
raimund.schaefer(at)aed-sicad.de

   Dipl.-Ing.
Kai Tamms, ÖbVI
Ingenieur- und Vermessungsbüro Drecoll
tamms(at)drecoll.de

Von der Punktwolke ins BIM

Building Information Modelling (BIM) ist derzeit in aller Munde. BIM beschreibt ei­ne Methode zur optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Ge­­­bäuden und deren Inhalten mithil­fe von Software. Dabei wer­den alle relevanten Ge­­bäu­­deda­ten digital erfasst, kom­­bi­niert und vernetzt. Das Ge­­­bäude ist als virtuelles Ge­­bäu­demo­dell lan­­ge vor der eigent­lichen Bau­aus­führung geometrisch visualisiert (Computermodell). Alle Planungs­­be­tei­lig­ten arbeiten damit auf demselben Gebäudemodell.

Die Methode des Building Information Modelling (BIM) ist Teil des Aktionsplans Großprojekte, den das Bundeskabinett im De­zember 2015 beschlossen hat. Verkehrsminister Alexander Dobrindts Stufenplan von Dezember 2015 sieht die Einführung von BIM in drei Schritten vor: Nach einer Vorbereitungsphase bis 2017 und einer Pilotphase bis 2020 soll BIM ab 2020 bei allen neu zu planenden Projekten des Bundesverkehrs­ministeriums eingesetzt werden. 

Auch das Bauministerium zieht nach. Laut Angaben aus dem Hause von Barbara Hendricks (SPD) sind die Bauverwaltungen gehalten, bei zivilen Projekten von 5 Millionen Euro aufwärts auf BIM zu setzen. Potenzielle Auftragnehmer seien Richtung »digitale Unterstützung« des Vorhabens zu beraten. Dies betrifft sämtliche Phasen von der Konzepterstellung bis hin zum Betrieb des Gebäudes. BIM ist »Pflichtberatungsgegenstand«.

Somit hält die Methode BIM auch Einzug in das Vermessungsgeschäft der ÖbVI, da die Geodäten z. B. die Grundlagenermitt­lung für die Projekte durchführen. Im Vortrag wird nach einer kurzen Einführung auf folgende Punkte anhand von Beispielprojekten eingegangen:

  • Einsatz von Drohnen und Laserscannern zur Gewinnung von Punktwolken 
  • Auswertung von Punktwolken bis hin zum BIM-Modell
  • BIM im Bestand – zwischen Wunsch und Wirklichkeit der IFC-Schnittstelle

Sokkia – made to fit your world. 

Eine Übersicht schlanker Vermessungs- und Kartierungslösungen, die passen

It’s time for Sokkia

Komplette Messlösungen für die Bereiche Vermessung, Kar-tie-rung, GIS, industrielle Mess- und Bauanwendungen.

Als Hauptsponsor des diesjährigen BDVI-Kongresses in Bonn freuen wir uns, Ihnen die Sokkia Philosophie und die Ausrichtung unseres Unternehmens auf die Vermessungsbranche näherzubringen. 

Die freie Softwareansteuerung der Sokkia Produkte ermöglicht den Anwendern die Nutzung unterschiedlicher Feldsoftwarekomponenten für deutsche Vermessungs- und Katasteranwendungen. 

Unser Markenversprechen

Das Team von Sokkia unterstützt Sie, das Produkt zu finden, das genau auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Wir bieten hochwertige Lösungen und Ressourcen, die zu Ihnen passen. Sie erhalten unsere volle Unterstützung, damit Sie sich ganz und gar auf Ihr Geschäft konzentrieren und profitabel arbeiten können.

 

Rainer Gute
Regional Sales Manager SOKKIA, Topcon Deutschland Positioning GmbH
rgute(at)
topcon.com

Dipl.-Ing.
Christine Holst
ÖbVI, Holst & Helten, Bad Schwartau
info(at)
vermessung-holst.de

Dipl.-Ing.
Thore Oliver Overath
ÖbVI, Overath & Sand, Rendsburg
overath(at)
vermessung-overath.de

Reisebüro mit angegliederter Vermessungsabteilung

Die Vortragenden sind neben ihrer Tätigkeit als Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure in Schleswig-Holstein auch als Dienstleister im weltweiten Einsatz tätig. Beide Büros haben sich in ganz unterschiedlichen Bereichen spezialisiert und können auf einen reichen Erfahrungsschatz verweisen. Die Referenzen reichen von Spitzbergen bis in die Antarktis und von Singapur bis nach San Francisco. Das Vermessungsbüro Holst & Helten/GDV verdingt sich vor allem im Bereich der industriellen Messtechnik mittels Fotogrammetrie und Koordinatenmessmaschinen, Overath & Sand sind im Bereich der maritimen Wirtschaft im On- und Offshorebereich sowie in der Kalibrierung von Sensorsystemen tätig.

Die Einsätze der beiden Büros sind in der Regel nicht standardisiert und entsprechend zu planen. Von der Auftragsannahme bis zum erfolgreichen Ab-schluss sind so einige Stolperfallen zu meistern. 

Frau Holst und Herr Overath werden über die Themen Reisevorbereitung, Carnet, Auftragsabwicklung, »Pleiten, Pech und Pannen« und Zahlungsverkehr berichten und dem interessierten Zuhörer darlegen, warum und wieso die jeweilige Aufgabe nicht von einem Kollegen vor Ort erledigt werden kann. 

Kommen Sie mit auf die Reise und lassen Sie sich zu neuen Aufgaben inspirieren.

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