BDVI-Reise 2017 nach Kuba

Nach dem langen Flug über den Atlantik kamen wir spätabends in Havanna an und bezogen das Hotel. Das Erste, was auffiel, war die Musik. Aus jedem Restaurant tönten Rhythmen und Trommeln.

Am nächsten Morgen begrüßte uns unsere Reiseleiterin Valen­tina, eine junge Kubanerin, die uns die nächste Woche begleiten sollte und uns alles über ihr Land erzählte, was wir wissen wollten.

Bei herrlichem Wetter (Sonnenschein und ständig 25-28 °C) besichtigten wir zunächst das alte koloniale Havanna, anschlie­ßend ging es durch den Hafentunnel auf die andere Seite zu den Festungsanlagen. Dabei wurden wir von Alfonso, einem Bau­ingenieur, begleitet. Er erläuterte den Bau des Tunnels aus den 60er-Jahren (Betonelemente, versenkt in Rinne ähnlich wie in Hamburg) sowie den Bau des »königlichen Grabens«, einer Was­serleitung über 10 km aus dem 17. Jahrhundert.

Am Spätnachmittag trafen wir um 16 Uhr im Rahmen des Fach­pro­gramms den Direktor des Metrologischen Instituts und seinen Stellvertreter, die uns die Arbeit des Institutes vorstellten. Es ist vergleichbar mit dem PTB in Braunschweig. Leider hatten sie mit Vermessung selbst wenig im Sinn, es gibt auch keine Mög­­­lichkeit, Geodäsie in Kuba zu studieren. Man braucht bis­her keine Vermesser in Kuba. Die Organisation »Geocuba«, die die Landkarten herstellt, wird von Geografen und Bauingenieu­ren geleitet. Wie wir nach längeren Gesprächen mit Valen­tina herausfanden, gibt es zwar beschränkte Eigentumsrechte an Grundstücken, die werden aber von den Architekten des Stadt­planungsamtes festgehalten, registriert und dokumentiert. Am Abend waren wir in einer Vorstellung vom »Buena Vista Social Club«.

Der nächste Morgen begann mit einer einstündigen Rundfahrt im modernen Havanna mit den überall vorhandenen Oldtimern in Cabrioform, anschließend besuchten wir ein Sozialprojekt mit jungen Leuten. Um sie von der Straße zu holen, können sie hier tanzen lernen und Mitglied einer Truppe werden, die Tour­neen veranstaltet. Wir konnten im Anschluss an eine Vorführung mit ihnen sprechen und diskutieren.

Die nächste Besichtigung galt Hemingway, der hier in Havanna ein Haus hatte, das inzwischen ein Hemingway-Museum ist. Am Abend besuchten wir die Tropicana-Show, ein Erlebnis für Augen und Ohren.

Am dritten Tag fuhren wir in den Westteil Kubas, nach Pinar del Rio. Hier besuchten wir wieder ein Sozialprojekt in einem Dorf, wo ein einheimischer Maler sich mit Dorfbewohnern be­schäf­tigt. Für die Kinder werden nach der Schule Tanzen, Singen und Ma­len angeboten, für Ältere Töpfern und eine Gärtnerei mit Ge­müseanbau.

Am Nachmittag fuhren wir nach Viñales, ein Tal, das durch den Tabakanbau und seine Bergformationen berühmt ist. Dort besuchten wir nach einer kleinen Wanderung die Kooperative einer landwirtschaftlichen Zigarrenproduktion. Manolo zeigte uns, wie man Zigarren dreht, und ließ uns Zigarren probieren. Anschließend konnten diejenigen, die wollten, auch Zigarren preiswert kaufen.
Dann ging es in ein sehr schönes Hotel in Las Terrazas. Am nächs­ten Morgen wurde zunächst das Dorf Las Terrazas besichtigt. Es ist ein Modellprojekt aus den 60er-Jahren für eine Wiederaufforstung sowie ein Modelldorf für die ländliche Bevölkerung.

Dann ging es Richtung Osten. Die Mittagspause verbrachten wir in einer ehemaligen Kaffeeplantage.

Danach ging es vier Stunden nach Osten zum nächsten Übernachtungsort Santa Clara. Santa Clara ist ein wichtiger Ort für die Revolution. Hier wurde der letzte Kampf gegen das Batista-Regime ausgeführt, ein erfolgreicher Überfall auf einen Militär­zug unter dem Kommando Che Guevaras. Danach floh Batista und Fidel Castro konnte den Sieg der Revolution verkünden. Der Schauplatz mitten in der Stadt ist heute ein Museum. In dieser Stadt wurde auch Che Guevara nach seinem Tod beigesetzt in einem großen Mausoleum mit angrenzendem Museum.

Danach ging es nach Süden zu unserem letzten Hotel, nach Trinidad am Karibischen Meer. In Trinidad besichtigten wir im Stadtplanungsamt ein Modell der Stadt im Maßstab 1:200, ei­ne Mit­arbeiterin erläuterte es uns. Auf die Frage nach dem Ka­taster, das ja von diesem Amt geführt wird, vermochte sie al­lerdings nur beschränkt Auskunft geben. Anschauen könnten wir es nicht, es sei in einem anderen Gebäude. Trinidad ist eine alte Kolonialstadt, 1515 von den Spaniern gegründet und mit vie­len alten Herrschaftshäusern der Kaffee- und Zuckerbarone ge­schmückt. Am Abend ist die Stadt voll Musik, die wir nach einem schönen Abendessen genossen.

An meinem letzten Tag war auf der Fahrt nach Varadero zum Strandurlaub noch ein Stopp in Cienfuegos angesetzt, von wo aus ich mit dem Taxi zum Flughafen fuhr, während der Rest der Gruppe in den verdienten Strandurlaub fuhr.

 

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Dieter Seitz

Dipl.-Ing.
Dieter Seitz

Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur a. D.
dieter(at)seitz-ortenberg.de